
Die Umbauarbeiten im Timmendorfer Sea-Life sind so gut wie abgeschlossen. Die beiden Zwergotter Bonnie und Clyde konnten bereits wieder in ihr angestammtes Gehege zu Füßen einer mächtigen Inka Skulptur zurückkehren. Aufmerksam erkundeten sie dabei ihre neue Schlafbox. Beeindruckt waren die beiden possierlichen Otter auch vom Wirbel um den Einzug ihres neuen Nachbarn.
Nachdem extra ein großes Terrarium hergerichtet wurde, begleitete Matthew Ford den neuen Bewohner von einer Auffangstation in England nach Timmendorfer Strand. Dabei wurde die Transportkiste nicht nur von Bonnie und Clyde, sondern auch von allen Mitarbeitern des Sea-Life neugierig beäugt, denn Mattew Ford hatte einen 1,70 Meter langen Bindenwaran mitgebracht. Das stattliche Tier stammt von einem privaten Halter, dem der Waran einfach zu groß geworden war. Und das obwohl die neun Jahre alte Echse noch nicht ausgewachsen ist und eine Länge von 2,20 Meter erreichen kann.
In Timmendorfer Strand angekommen erkundete der zutrauliche Waran sein neues Gehege und war sichtlich von einem großen Wassergraben angetan. „Bindenwarane schwimmen sehr gerne“, erklärte der Biologe Jens Hirzig, „allerdings hatte das Tier bei seinem Vorbesitzer dazu keine Möglichkeit.“ Und wer genau hinschaute, der musste sich zwangsläufig fragen wer denn eigentlich wen beobachtete. Die Zuschauer den Waran, oder das urtümliche Tier die Menschen? Nur mit Eintagsküken, seiner Leib- und Magenspeise, ließ sich der Waran von seinem Beobachtungsposten im 20 Grad warmen Wasser locken. Zur großen Freude der Sea-Life Biologen Cathrin Pawlak und Jens Hirzig ist der Waran handzahm und lässt sich zum Wiegen problemlos auf den Arm nehmen. „Dennoch ist ein Bindenwaran kein Streicheltier“, versichert Jens Hirzig, denn die langen, scharfen Krallen, ein kräftiger Schlag mit dem langen Schwanz oder gar ein Biss können zu ernsten Verletzungen führen. Allerdings ist der neue Star der Ausstellung „Abenteuer Regenwald“ eher friedlich.
„Im Laufe des Monats März kommen viele weitere Tiere dazu“, freut sich Natascha Spreen, die Managerin des Sea-Life Timmendorfer Strand, „dazu gehören rote Piranhas, Zierschildkröten und zwei Boas aus der Auffangstation für Reptilien, München e.V..“
Um den Tieren so nah wie möglich zu sein, wurden Kuppeln aus Plexiglas in einige Aquarien und Terrarien eingebaut, so dass man die Tiere aus nächster Nähe und auf Augenhöhe betrachten kann. „Das kommt einem dann so vor, als wäre man Mitten in einem Piranha-Schwarm“, erklärt Marketingleiterin Katrin Wischnewski „und das ist einfach ein beeindruckendes Erlebnis.“
Wenn alle Bewohner des Regenwaldes eingezogen sind, wird die Ausstellung im März eröffnet. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest.