
Es ist eine geheimnisvolle und überaus interessante Wissenschaft, der sich Mediziner Dr. Kersten Jugk widmet: Als Hobby-Archäologie begibt er sich auf Spurensuche unter Wasser und hat dabei etliche frühmittelalterliche Funde gemacht. Nun hat er seine Entdeckungen und Erfahrungen aufgeschrieben und als Buch veröffentlicht.
Über 30 Jahre lang war der Scharbeutzer Arzt Dr. Kersten Jungk als engagierter Archäologe unseren Slawischen Vorfahren auf der Spur. Dabei hat er mit einer Tauchergruppe im südlichen Ostholstein Seen und das Meer erkundet und zahlreiche frühmittelalterliche Unterwasserfunde gemacht. Jetzt berichtet er in seinem druckfrischen Buch „Versunkene Burgen“ über die Funde aus der Slawenzeit, an deren Entdeckung er beteiligt war und lässt die Leser an seinen spannenden Erlebnissen teilhaben. Auf 100 Seiten beschreibt er die frühmittelalterlichen Unterwasserfunde im südlichen Ostholstein. Berichtet, wo die Slawen damals siedelten und schickt den Leser auf Zeitreise, denn noch heute zeugen Funde davon, dass zur Zeit der Slawen Pfahlbauten in der Mitte zahlreicher Seen errichtet wurden.
Wer dabei einen staubtrockenen Forschungsbericht erwartet, der bemerkt schon zu Beginn der Einleitung, dass er es mit einem spannenden Buch zu tun hat. „Aus einem Korallenstock unter mir ragte ein Kanonenrohr überzogen mit kleinen Korallen und roten Schwämmen. Wie war es möglich, dass diese etwa 300 Jahre alte Kanone so nah an der Küste noch nicht entdeckt worden war“, beschreibt Dr. Kersten Jungk seine ersten Taucherlebnisse in der Karibik. Dieses Ereignis ließ ihn nicht mehr los und so wurde der Scharbeutzer Arzt zum begeisterten Taucher und Archäologen. Erst vor vier Jahren hängte der heute 74jährige seine Taucherausrüstung an den Nagel. Langeweile kam dennoch nicht auf, denn Dr. Kersten Jungk engagiert sich als Vorsitzender für das Pönitzer Museum für Regionalgeschichte. Dort sind übrigens auch einige Funde ausgestellt, die er selbst entdeckt hat. Darunter auch ein 6,6 Meter langer Einbaum.
Die Bergung aus dem kleinen Pönitzer See, an der die Tauchergruppe maßgeblich beteiligt war, fand Mitte November 1993 statt. „Damals gab es noch keine Trockentauchanzüge. Das Wasser hatte eine Temperatur von drei Grad und die Luft sogar nur zwei Grad“, erinnert sich Dr. Kersten Jungk. „Die Bergung musste aber zu dieser Jahreszeit stattfinden, da im Winter die Sicht im Wasser viel besser ist als im Sommer“, fügt sein Tauchkollege Roy-Alexander Philipp hinzu. Zur Archäologischen Tauchergruppe gehörten außerdem Wolf Kamlott, Mario Müller und Werner Sartor.
Das Buch „Versunkene Burgen“ ist im Pönitzer Museum und im Buchhandel mit der ISBN Nummer 978-3-00-051227-8 erhältlich und kostet 15,95 Euro.