StrandBlick Oktober 2023
58 StrandBlick Oktober | 2023 Immobilien-Blog Anzeige Handwerker und Journalisten trinken viel Alkohol, Polizei-Kommissare haben zerrüt- tete Ehen, Lehrer wissen alles besser, Kö- che sind zu dick, Beamte sind faul: Zu fast jedem Berufsbild gibt es gängige Vorur- teile. Die Menschen haben Vorstellungen von Jobs und jenen, die sie ausüben, die häufig in Einzelfällen zwar stimmen mö- gen, in der Breite aber an der Realität vor- beigehen. So ähnlich ist es auch mit Im- mobilienmaklern. Über Jahre hinweg hat sich in der Breite der Öffentlichkeit ein Bild von Maklern eingebrannt, das der Branche und den Maklern selbst nicht gerecht wird und den dort in der überwältigenden Mehrheit seriös arbeitenden Personen zu- dem noch erheblich schadet. Was also ist dran an den Vorurteilen gegen Immobi- lienmakler? Eine Aufklärung. 1. Makler verdienen zu viel. Wenn es um das Einkommen geht, wird immer gern mit dem Finger auf andere gezeigt – und darauf, dass sie vermeintlich zu viel für zu wenig Leistung verdienen. Immobilienmakler schlagen sich seit jeher mit dem Vorwurf herum, dass das, was sie tun, ihr Geld nicht wert sei. Keine Frage: Ein guter Immobilienmakler mit viel Erfahrung und einem umfangrei- chen Netzwerk kann ordentliches Geld verdienen. Doch die Auflistung zeigt, dass jeder Makler diesen Punkt erst mal errei- chen muss: An dem er immer wieder Ob- jekte vermitteln und dafür eine Courtage erhalten kann. Dieser Weg ist weit und be- schwerlich – und darf dann gerne auch belohnt werden. Zumal der Kunde von der Leistung ja viel mehr profitiert: Verkauft ein Makler eine Immobilie, ist die Chance, einen angemessenen oder sogar über der Erwartung liegenden Preis zu erhalten, x- fach größer, als wenn das Eigentümer auf eigene Faust tun. Zwar tut es dann erst einmal weh, einen kleinen Teil des Ver- kaufserlöses als Provision abzuziehen. Aber wenn der Preis zuvor deutlich höher liegt, geht diese Rechnung zugunsten der Kunden immer auf. Zumal der Makler ja nicht nur für den optimalen Verkaufserlös verantwortlich ist, sondern auch noch viele weitere Dienstleistungen erbringt, etwa Kontakte zu Banken, Notaren und Anwäl- ten etc. Makler tragen auch ein erhebliches Risiko, schließlich können volkswirtschaft- liche oder regionale Phänomene auftre- ten, die den Markt deutlich verschlechtern und die Zahl der Aufträge sinken lassen. Zudem fließt die Courtage ja erst bei ei- nem erfolgreichen Abschluss, sprich: Der Makler investiert zunächst in den Kunden oder das Objekt und trägt damit das Ri- siko, im Nicht-Erfolgsfall ohne Honorar da zu stehen. Jeder, der mal ein Haus (oder eine Wohnung) ge- oder verkauft hat, weiß um den Wert von Erfahrung und ehr- licher, professioneller Expertise. Dafür braucht es Menschen, die für ihre Arbeit auch gut bezahlt werden – sonst entwik- kelt sich ein Markt, auf dem sich nur noch schwarze Schafe tummeln. Und das kann niemand wollen. 2. Makler sind nur diejenigen, die Haus- besichtigungen durchführen. Tür aufschließen, Interessenten die Woh- nung zeigen, am Ende ein Termin beim Notar: Das war’s? Nein, die Realität von Maklern sieht völlig anders aus. Immobi- lienmakler sind Multitalente, die Immobi- lienmärkte im Blick haben und Objekte si- cher einschätzen können müssen. Sie können mit Menschen umgehen, kennen Banken, Notare und Anwälte, falls es zu Streitfällen kommt – aber kennen sich selbst auch mit den wichtigsten Paragra- phen und Gepflogenheiten aus. Sie haben Menschenkenntnis bei der Auswahl der richtigen Kandidaten. Sie wissen, wie man Verträge rechtssicher formuliert, Werbe- anzeigen in Zeitungen, auf Portalen oder in Sozialen Medien gestaltet und welche Inhalte dort hineingehören. 3. Makler sind unseriös. Ja, es gibt schwarze Schafe in der Branche. Nach wie vor leiden seriöse Makler dar- unter, dass das Berufsbild nicht geschützt Vorurteile gegen Immobilienmakler – was ist wirklich dran? Gastbeitrag von Lydia Ishikawa, Lydia Ishikawa Immobilien GmbH aus Frankfurt-Bockenheim. . & (4 . & '+0 & &+ % --( ) " . # ' , %444 "33 % , ,,$ % 2 +% / &!& 1%# Es gibt auch schwarze Schafe
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