StrandBlick September 2023
74 StrandBlick September | 2023 Immobilien-Blog Anzeige 1. Leitzinsen weiter gestiegen Die letzte Erhöhung der Leitzinsen durch die EZB (Europäische Zentralbank) betrug An- fang August weitere 0,25% auf jetzt 4,25%. Banken können diesen Satz aktuell am Markt kaum durchsetzen, wenn sie überhaupt Ge- schäft machen wollen. So liegt der aktuelle Zinssatz bei 10-jähriger Laufzeit und 80% Be- leihung aktuell bei um die 3,8 bis 4,0%. Dar- lehen mit 20-jähriger Zinsbindung kosten zwi- schen 4,2 und 4,4%. 2. Veränderte Zinssituation ermöglicht es vie- len jungen Familien nicht mehr eine Immo- bilie zu erwerben Im Frühjahr 2022 als die Zinsen noch bei 1% lagen konnten sich Familien den Erwerb einer Immobilie noch leisten. Nehmen wir als Bei- spiel ein Objekt, das 500.000€ kostet, von denen 80%, also 400.000€ finanziert werden mussten. Dann beträgt die Belastung bei 1% Zinsen und 2%Tilgung pro Jahr 12.000€, also 1.000€ pro Monat. Aktuell bei rund 4 % Zinsen beträgt die monatliche Belastung in diesem Beispiel 4% Zinsen und 2% Tilgung pro Jahr 24.000€, also 2.000€ pro Monat. Wenn man dann bedenkt, dass Banken einen maximalen Anteil von 1/3 des Nettoeinkommens für Woh- nen ansetzen, so musste noch vor gut einem Jahr in unserem Beispiel monatlich 3.000€ Haushalts-Nettoeinkommen zur Verfügung stehen. Mit der heutigen Zinssituation sind das aber 6.000€ Haushalts-Netto pro Monat. 3. Gesunkene Nachfrage nach Kaufimmobi- lien aber steigende Mieten Das aktuelle Zinsniveau sorgt dafür, das aus oben genannten Gründen viele Menschen sich eine Immobilie von z.B. 500.000€ nicht mehr leisten können. Also sinkt die Nachfrage und auch bis vor einem guten Jahr noch durchsetzbare Preise sind nicht mehr erziel- bar. Je nach Lage und Region sind die Ver- kaufspreise um 10 bis 20% gesunken. Auch konzentrieren sich junge Familien jetzt eher wieder auf Immobilien, die sich auf einem Ni- veau von um die 300.000€ befinden. Reno- vierungsstau wird wieder in Kauf genommen und man investiert schrittweise und später wenn das nötige Geld auf dem Konto ist. Ein weiterer Effekt der gestiegenen Zinsen ist, dass bisherige Interessenten für einen Kauf jetzt auf den Mietmarkt ausweichen. Das sorgt bei knappem Angebot dann aktuell für deut- lich gestiegene Mieten bei Neuvermietung. 4. Bodenrichtwerte werden sinken In Schleswig-Holstein und auch in der Lübek- ker Bucht sind die veröffentlichten Boden- richtwerte noch vom 1.1.2022 als die Immobi- lienwelt noch in Ordnung war. Den zuletzt für Ihre Immobilie veröffentlichten Bodenricht- wert finden Sie unter „Digitaler Atlas Nord“ im Internet oder auf unserer Homepage Möl- lerherm Immobilien unter dem Menüpunkt Gratis-Wissen. In Hamburg gibt es bereits aktuellere Boden- richtwerte vom Stichtag 1.1.2023 und die Werte hier sind gegenüber 2022 um 10-15% gesunken. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in Schleswig Holstein zu erwarten, wenn am 1.1.2024 neue Bodenrichtwerte vorgelegt werden. 5. Käufermarkt- was ist das? Ein Käufermarkt bei Immobilien bezieht sich auf eine Situation, in der das Angebot an Im- mobilien die Nachfrage übersteigt. In einem solchen Markt haben Käufer einen Vorteil, da sie aus einer größeren Auswahl wählen kön- nen und mehr Verhandlungsspielraum ha- ben. Sie können niedrigere Preise aushandeln und bessere Konditionen erhalten. Ein Käu- fermarkt kann zu längeren Verkaufszeiten und sinkenden Preisen führen. Es ist wichtig zu beachten, dass sich der Markt im Laufe der Zeit ändern kann. 6. Anspruch zurückschrauben bei der ersten Immobilie Es kann verschiedene Gründe dafür geben, den Anspruch bei der ersten eigenen Immo- bilie zu reduzieren. Ein häufiger Grund ist die finanzielle Situation. Wenn sich herausstellt, dass die anfänglichen Pläne oder Vorstellun- gen nicht mit dem verfügbaren Budget oder den finanziellen Möglichkeiten übereinstim- men, kann es notwendig sein, den Anspruch anzupassen. Das Zurückschrauben des Anspruchs kann bedeuten, dass man sich für eine kleinere oder günstigere Immobilie entscheidet, die den finanziellen Rahmen besser erfüllt. Es kann auch bedeuten, dass man bestimmte Ausstattungsmerkmale oder Extras reduziert oder aufschiebt, um die Kosten zu senken. Das Zurückschrauben des Anspruchs bei der ersten eigenen Immobilie kann auch mit an- deren Faktoren zusammenhängen, wie zum Beispiel der Lage oder dem Zustand des Ob- jekts. Manchmal muss man Kompromisse ein- gehen und Prioritäten setzen, um den Kauf einer Immobilie überhaupt zu ermöglichen. Es ist wichtig zu erkennen, dass das Zurück- schrauben des Anspruchs nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Es ermöglicht oft den Ein- stieg in den Immobilienmarkt und bietet die Möglichkeit, schrittweise zu wachsen und sich später auf ein höheres Niveau zu verbessern. Letztendlich ist es ratsam, realistisch zu blei- ben und den eigenen finanziellen Spielraum zu berücksichtigen, um die erste eigene Im- mobilie auf nachhaltige Weise zu erwerben. 7. Die aktuelle Situation bei Ferienwohnungen und Zweitwohnungen Auch hier ist eine ähnliche Situation wie bei Häusern und Wohnungen als Erstwohnsitz zu verzeichnen. Die Interessenten werden wäh- lerischer und prüfen genau, bevor sie sich zum Kauf einer Zweitwohnung an der Ostsee ent- scheiden. Das Angebot ist seit einem Jahr auch in diesem Segment deutlich gestiegen. Gleichzeitig sind aber auch hier die durch- setzbaren Preise leicht gefallen und die Ver- Aktuelles vom Immobilienmarkt an der Ostseeküste Höheres Angebot und gesunkene Nachfrage Renovieren in Eigenleistung spart Geld Zinsen bremsen den Kaufwunsch für Häuser Einige Renovierungen können auch in Eigenleistung erbracht werden
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