StrandBlick März 2023
Travemünde 35 St rand B li c k Mä r z | 2023 „Eine gültige Baugenehmigung wird oft überbewertet.“ Anzeige Diese Aussage zeigt auf den ersten Blick Mut – setzt aber auch echte Leidensfähigkeit voraus. Ostern kommen schon die ersten Feriengä- ste. Die Idee, in die Garage mit dem ange- bauten Schuppen eine Ferienwohnung zu bauen, nachdem der Nachbar von seinen bombastischen Mieteinnahmen erzählte, kam spontan. Genauso spontan wurde mit den Bauarbei- ten begonnen – und wo man schon dabei war, wurde gleich noch ein Sauna-Haus an- gebaut und eine Dachterrasse auf der Garage platziert. Schließlich sollen sich die Gäste ja auch wohlfühlen. Undmehr „Nennwert“ gibt’s dann natürlich auch. Ein Baugenehmigungs- verfahren hätte den Starttermin nur unnötig verzögert. Geht ja auch ohne. Das Baumaterial für die Treppe zur Dachter- rasse war schnell gefunden: Endlich kamen die alten Holzbretter zum Einsatz, die jahre- lang den Garten verunstalteten. Alle Welt re- det von „Recycling“. Bei diesem Bauprojekt wird echtes Recycling „gelebt“! Zugegeben lebte auch das Holz schon etwas. Aber die Pilze und unzähligen Wohnungen, in denen Insekten-WGs entstanden, wurden kurzer- hand entfernt und mit der guten alten Blei- mennige aus den 70ern übergestrichen – die schützt nicht nur Metall vor Rost, sondern si- cherlich auch gegen Flora und Fauna. Die restlichen Baumaterialien wurden von Be- kannten besorgt und die Verkabelung und Anschlüsse schnell selbst gelegt. Gut, dass man damals beim Hausbau den Handwer- kern über die Schulter geschaut hat. Zuge- geben: 1982 ist schon etwas her, aber wozu hat man dieses unglaubliche Elefantenge- dächtnis. Die Möbel für die neue Ferienwohnungwaren ebenfalls schnell zur Hand. Frei nach dem Motto „Was über 40 Jahre gut für uns war, wird auch noch die nächsten 40 Jahre gut für die Gäste sein“ wechseln nun Küche, Schlaf- und Esszimmermöbel sowie die nicht mehr ganz so kuschelige Sofa-Landschaft aus grünem Samt den Standort. Die neuen Möbel für die eigene Wohnung sind fix be- stellt und kosten ja auch nicht den vollen Kaufpreis – denn vom Nachbarn weiß man, dass das Inventar für Ferienimmobilien steu- erlich absetzbar ist. Und wo die neuen Möbel dann tatsächlich stehen, sieht das Finanzamt ja nicht. Ein Superklasse-Steuerspar-Modell! Endlich ist Ostern und die ersten Gäste kom- men. Es ist zwar noch kalt, aber die Sonne scheint freundlich. Na gut, etwas bewölkt ist es schon. Zumindest schaut sie freundlicher vom Himmel, als die Gäste, nachdem sie ihr Ferien-Domizil besichtigt haben. Beworben wurde dieWohnung im Internet mit demSlo- gan: „Erstbezug! Frisch renovierte, modern und nahezu neuwertig eingerichtete Ferien- wohnung zu vermieten.“ Dass die 80er Jahre sehr wohl wieder modern und en vogue sind, zog als beschwichtigendes Argument nicht merklich. Auch kam die – zugegeben sehr gelungene – Bildbearbeitung der im Internet eingestellten Fotos nicht wirklich gut an. Echt spießig, sich darüber aufzuregen! Der Urlaub wurde abrupt beendet. Ob es letztendlich daran gelegen hat, dass man auf der Treppe zur Dachterrasse einbrach? Schwer zu beurteilen. Für die Körperfülle der Gäste kann man ja schließlich nichts. Nach der wenig freundlichen Verabschie- dung und demdeutlichen Hinweis auf recht- liche Konsequenzen wurde dann vorsichts- halber zügig der Text der Internet-Anzeige bearbeitet und neue Fotos eingestellt. Zu blöd, dass es sich bei den Gästen um ein An- walts-Ehepaar handelte. Man sollte zukünftig vor der Vermietung doch besser die Berufe erfragen. Und während man über den neuen Text der Internet-Anzeige sinnierend aus dem Fenster blickt, zieht Rauch vorbei. Dass die Nachbarn in dieser Eiseskälte grillen? Ungewöhnlich. Trotz des mittlerweile tiefschwarzen Rauchs sind die Feuerwehrleute gut sichtbar. Mist! Damit sich die neuen Gäste wohlfühlen, hatte man schon einmal die Sauna vorgewärmt. Der Brand ist schnell gelöscht. Gelöscht wurde auch die Ferienwohnungs-Anzeige aus dem Internet. Das Prüfungsergebnis des Finanzamtes er- gab, dass die steuerlich geltend gemachten neuen Möbel wenig Ähnlichkeit mit den mu- sealen Möbeln in der Ferienwohnungs-An- zeige im Internet haben. Man sei sich aber sehr sicher, dass die zuständige Staatsan- waltschaft den Sachverhalt klären wird. Auch meldete sich die Versicherung. Kurz und knapp wird mitgeteilt, dass es keinen Versi- cherungsschutz gibt, damangelhafte Elektrik für den Brand verantwortlich war und dass keine Baugenehmigung für Wohnraum vor- handen ist. Und gern gibt man diese Infor- mationen ans Bauamt weiter. Es gab schon bessere Tage… „Tatsächlich stellen wir ab und zu bei der Auf- nahme von Immobilien fest, dass baurecht- lich nicht alles optimal ist. Selbstverständlich helfen wir dann bei der Lösungsfindung“, so Mathias Walter, Inhaber von SCHAUMBURG- HOLSTEIN Immobilien | Marketing aus Tra- vemünde. „Erst dann beginnt die Vermark- tung der Immobilie“, soMathiasWalter weiter. „Bei der nachfolgend präsentierten Immobilie wurde aber auch ohne unsere Unterstützung baurechtlich wirklich vorbildlich gearbeitet:“ Neustadt in Holstein: Großes Einfamilienhaus mit Einlieger-Woh- nung (sep. Eingang), bzw. Wohnhaus mit 5 WE (Wfl. ca. 369 m² + ca. 95 m² Nfl.) nach Abschluss der Umbauarbeiten. Eine frische Baugenehmigung hierfür liegt natürlich vor. Inmitten eines gefragten und gepflegten Wohngebietes ist dieses Haus an einer ruhi- gen, wenig befahrenenWohnstraße amEnde einer Sackgasse gelegen. Das Wohnhaus so- wie der Garten sind gen Süden ausgerichtet, die Räume sind entsprechend hell und licht- durchflutet. Von der Südterrasse im DG hat man einen schönen weiten Blick in die Ge- gend. Im DG gibt es eine weitere große Terrasse zur Straßenseite, auf welcher der Sonnenaufgang und der Sonnenuntergang genossen werden kann. Diese Immobilie bietet ihrem neuen Eigen- tümer viele Gestaltungs- und Umbaumög- lichkeiten. So kann aus diesem Objekt z. B. ein geräumiges Privathaus für die große Fa- milie werden, ein Mehrgenerationenhaus oder eine Anlageimmobilie mit 5 Wohnein- heiten zur Vermietung. Das Haus befindet sich amBeginn einer Umbau-/Renovierungs- /Sanierungs-/Erweiterungsphase. Die Tep- pichböden und die Deckenverkleidungen wurden bereits herausgenommen und ent- sorgt. Die Tapeten wurden teilweise entfernt. In den Etagen befinden sich 3 Einbauküchen. Der derzeitige Zustand des Objektes ist aus- geräumt und besenrein. Mit den weiterfüh- renden Arbeiten kann sofort begonnen wer- den. Kontakt : MathiasWalter, SCHAUMBURG- HOLSTEIN Immobilien | Marketing. Mehr unter www.schaumburg-holstein.de und auf Seite 5. Neustadt i. H. 2 bis 5 WE in guter Wohnlage im Urlaubsgebiet
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