StrandBlick April 2022

42 StrandBlick April | 2022 Lübeck / Travemünde „Female View“ in der Kunsthalle St. Annen Um selbstbestimmte Künstlerinnen geht es ab dem 20. März in der Kunsthalle St. Annen: Die Sonder-Ausstellung „Female View. Modefotografinnen von der Moderne bis zum Digitalen Zeitalter“ rückt die oft vernachlässigten Werke von Modefotografinnen in den Fokus und bietet Einblicke in den Wandel der Mode und der weiblichen Stil-Ikonen. In ihrer letzten eigens für Lübeck kuratierten Ausstellung legt Museumsleiterin Dr. Antje- Britt Mählmann den Fokus auf Fotografinnen von Frauen und Mode, während sich bisherige museale Modefotografie-Ausstellungen vor allem auf den weiblichen Körper aus männli- cher Perspektive konzentriert haben. Dabei gab es seit den 1920er Jahren zahlreiche ta- lentierte Modefotografinnen, die zuvor oft selbst vor der Kamera gestanden hatten und für einflussreiche Magazine wie Harpers Ba- zaar und Vogue wegweisend waren. Auch heute prägen einflussreiche Modefotografin- nen das internationale Modegeschehen und dessen Bildästhetik. Gibt es ihn wirklich, den Female View? Die Besucher:innen der Kunst- halle St. Annen haben bis 3. Juli die Möglich- keit, sich davon selbst im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild zu machen. Insgesamt sind etwa 150 Fotografien sowie Fashion Videos von 21 Künstlerinnen zu sehen. Die Liste der in der Ausstellung vertretenen Fotografinnen liest sich wie das „Who‘s Who“ internationaler Fotokünstlerinnen und zeigt herausragende Werke von Deborah Turbe- ville, der jüdisch-deutschen Fotografin Yva (eigentlich Else Ernestine Neuländer-Simon, sie wurde 1942 im Vernichtungslager Sobibor ermordet), Lee Miller, Regina Relang, Louise Dahl-Wolfe, Sibylle Bergemann (eine der er- folgreichsten Fotografinnen der DDR), Lillian Bassman, Madame D’ Ora, GABO, Ingeborg Hoppe, Nadine Ijewere, Liv Liberg, Ute Mahler, Charlotte March, Sarah Moon, Amber Pinker- ton, Bettina Rheims, Charlotte Rohrbach, Alice Springs und Ellen von Unwerth. Zudem wird der Film „The Eye Has to Travel“ von Lisa Diana Vreeland auf einem Bildschirm in den Ausstellungsräumen gezeigt. Anhand dieser Werke sollen Gemeinsamkei- ten des „weiblichen Blicks“ herausgearbeitet und der Frage nachgegangen werden, wie die künstlerische Arbeit der Fotografinnen mit ihrem Einsatz bestimmter Technik und Me- thoden andere Künstler:innen inspiriert hat. Gleichzeitig lässt sich daran der gesellschaft- liche und politische Wandel nachzeichnen, der sich anhand der Körperbilder und Mode der verschiedenen Jahrzehnte vollzogen hat. .Zudem beleuchten Filmscreenings mit Hol- lywood-Spielfilmen und Dokumentarfilmen zu verschiedenen Modeschöpfer:innen und Redakteur:innen wie Coco Chanel oder Diana Vreeland sowie Dokumentationen zu Themen rund um Mode, Menschenrechte, Produktion und Nachhaltigkeit die Hintergründe der Mo- deindustrie. „Mit dieser Ausstellung präsentiert sich die Kunsthalle erneut als ein Ort, an dem Vielfalt und Verborgenes in den Fokus genommen werden.“, erklärt die Lübecker Senatorin Mo- nika Frank. Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leiten- der Direktor der Lübecker Museen, ergänzt: „Diese Schau beweist einmal mehr, dass die Lübecker Museumslandschaft und vor allem die Kunsthalle St. Annen stets am Puls der Zeit sind und auch eine Vorreiterrolle in punkto Offenheit übernehmen“. Zur Ausstellung „Famle View“ ist ein reich be- bilderter Katalog im Verlag Hatje Cantz er- schienen. Dieser ist für 38 Euro im Museums- shop erhältlich. Begleitend ist ein umfangreiches Programm geplant, nachzulesen auf der Homepage https://kunsthalle-st-annen.de/programm Weitere Informationen finden Sie unter https://kunsthalle-st-annen.de

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