StrandBlick Febraur 2021

16 StrandBlick Februar | 2021 Tdf. Strand / Scharbeutz Adieu, Seebrücke! Die Neue ist auf demWeg Der Anblick ist nicht gerade erfreulich: Stück für Stück wird sie zerlegt, verschwindet von ihrem vertrauten Platz. „Die Timmendorfer Seebrücke gehörte einfach dazu“, meine viele Einheimische und Stammgäste. Im Herbst dieses Jahres soll der Bau ihrer Nachfolgerin starten, ein futuristisch „verschlungenes“ Kunstobjekt für 7,3 Millionen Euro. Der Abriss hat begonnen. Holzteile am Strand, nur wenige Zuschauer und wenig Begeiste- rung. „Jetzt kommt sie weg“, raunt es aus einer Gruppe Spaziergänger, und es klingt nicht ge- rade fröhlich. Sie gehörte einfach dazu, die beliebte Maritim-Seebrücke. Seit gut 44 Jah- ren führte sie vom Seebrückenvorplatz 272 Meter hinaus aufs Meer. Die Zeit hat natürlich ihre Spuren hinterlassen. „Man hätte sie auch sa- nieren können“, meinen einige Timmendorfer. Aber die Timmendorfer Tourismus GmbH und die Gemeindevertretung blicken wie immer nach vorn. Und da schillert ein futuristisches Projekt mit einem spektakulären Rundlauf verlockend auf dem Zeichenbrett. Die progressiven Entschei- dungsträger sind begei- stert: „Wie die Schlinge eines Schiffstaus wirft sie sich auf die Ostsee hin- aus“, lautet ihre poetische Beschreibung in der hauseigenen Zeitschrift „Strandmagazin“. Aus der Vogelperspektive dürfte das Modell etwas verbogen wirken, aber gerade diese Eigenart soll die anspruchsvollen Besucher des Nobel-Ostseebads begeistern. Über knapp 450 Meter dürfen sie schlendern, bis zu 250 Meter vom Land entfernt. Die Wege sind schmal, die Plattform nicht mehr vorhanden. Also: Ein wenig wie ein Catwalk auf See. Tourismuschef Joachim Nitz ist begeistert. „Ein Brückenschlag in die Zu- kunft“ konstatiert er und nennt den Entwurf des Büros „Schlaich Bergermann Partner“ „einzigartig und überragend schön“. „Überragend teuer“, monieren die Kritiker und meinen damit nicht nur die Investition von 7,3 Millionen Euro, die zu 50% durch Fördermittel gestützt werden soll, sondern auch die hohen Unterhaltskosten. Wie auch immer: Im Spät- sommer 2022 soll alles fertig sein, „Wie die Schlinge eines Schiffstaus“ lautet die poetische Beschreibung der Seebrücke Aufs Wasser schlendern, am Geländer lehnen, schnacken, durchatmen, genießen: Die „alte“ Seebrücke war immer ein Stück Urlaub KULTUR-Perspektiven in der Waldschänke Sie ist Treffpunkt für Klönschnack und ein Herzstück regionaler Kunst: Die Kleine Waldschänke in Klingberg pflegt die Begegnungen mit den Werken regionaler Künstler auch in Zeiten der Pandemie. Zwar mit Abstand, aber dennoch eindrucksvoll präsentieren die Kreativen ihre Werke jetzt hinter den dekorativen Fensterscheiben. Not macht bekanntlich erfinderisch, und die Kreativen finden fast immer eine gute Lösung. Die Aktiven des Klingberger Kulturvereins Kleine Waldschänke haben ihr Jahrespro- gramm mit einer Auftaktausstellung gestar- tet, die schon viel Anklang gefunden hat. Unter demMotto „KULTUR Perspektiven 2021“ zeigt eine kleine Auswahl lokaler Künstler und Künstlerinnen in den Fenstern der Kleinen Waldschänke aktuelle Werke in unterschiedlich- sten Techniken vom Bild bis hin zur Skulptur. Zeichen der Zuversicht, die neugierig machen auf die weiteren 23 ge- planten Ausstellungen im kommenden Jahr. „Wir wollen nutzen was geht, um Kultur sichtbar zu machen, zur Zeit kontakt- los in den Fenstern des kleinen Kulturhauses und sobald es möglich ist auch irgendwann wieder mit geöffneter Tür und persönlichem Aus- tausch und Begegnung“, erklärt uns Brigitta Rubach vom Kulturverein. Bis zum 28. Februar soll die Fenster-Ausstel- lung weiter gehen; danach steht am 6. und7. März eine „Gemeinschaftsausstellung Oster- basar“ auf dem Programm, bei der handge- machte Dekoration und Floristik präsentiert werden. Für den 20. und 21 März ist die Aus- stellung „Frühlingserwachen“ geplant, bei der sechs kreative Frauen unter demMotto „Dorf- gedöns“ ihre Kunst-Handwerke zeigen, dar- unter Keramik, Holzdeko, Betonwerke, Sticke- reien, Taschen, Schmuck und Kränze. In der Hoffnung dass alles „locker“ weiter geht, ste- hen für den 1. und 2. Mai die Collagen von Astrid Keimer auf dem Plan, die durch unter- schiedliche Materialien einen besonderen Charakter zeigen. - Weitere Infos finden Sie immer aktuell online auf der Homepage www.kulturvereinkleinewaldschaenke.de Hier eines der Bilder aus der Nähe: Mohnblumeni in der Fensterausstellung Sie ist Treffpunkt für Kunst und Klönschnack in Klingberg: Die Kleine Waldschänke präsentiert Gemälde durch’s Fenster

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