StrandBlick November 2020
Travemünde 35 StrandBlick November | 2020 „Ohne Kunst wird’s still“ Anzeige Es ist ruhig geworden an der Küste: Keine Veranstaltungen, keine Musik, Viele vermissen diese Highlights - aber am meisten leiden die Künstler. Der Trave- münder Optiker Stefan Badura demonstriert kunstvoll für ihre Situation. Am Schaufenster des Optikers Stefan Badura geht keiner einfach so vorbei. Und es sind nicht nur die attraktiven Brillen, die neugierig machen. Zwischen dem übersichtlich arran- gierten Angebot gibt es eine klare Botschaft: „Ohne Kunst wird’s still“ steht auf einem Pla- kat, an dem ein Saxophon hängt; daneben ein Bild der Sängerin Nathali Dorra, vor ihr eine frei schwebende Trompete, und mitten- drin eine Gitarre sowie andere Instrumente. „Ich möchte damit an die Situation der Künst- lerinnen und Künstler erinnern“, sagt Stefan Badura, der sich mit Engagement und aus Überzeugung der Kampagne für die Kunst angeschlossen hat. „Mir blutet das Herz, wenn ich daran denke, wie wenig Zuwendung sie in dieser schwierigen Corona-Zeit bekommen.“- Mit Maria Paz-Caracciole-Gutierrez von der Gollan-Werft, die sonst ein beliebter Veran- staltungsort für jede Art von Kunst-Event ist, und dem Musiker Maximilian Kraft von „Max & Friends“ hat er einige Musikinstrumente gesammelt und als Leihgaben dekoriert, um mit ihnen an die Zeiten zu erinnern, als wir uns noch auf einen Abend mit Swing, Jazz oder Soul freuen konnten. „Das ist doch das Salz in der Suppe: Konzert, Gesang, Oper. Es ist furchtbar, wie stiefmüt- terlich die Künstler behandelt werden. Dabei bilden die Kulturschaffenden und alle, die bei Veranstaltungen mitwirken, so weit ich weiß die drittgrößte Branche, die wir in Deutsch- land haben. Und sie bekommen in der Co- rona-Krise kaumUnterstützung, imGegensatz zu Giganten wie Lufthansa. Ist das gerecht?“ Seit dem Verbot von Großveranstaltungen im März 2020 aufgrund der Corona-Pandemie liegt die Kunst- und Kulturszene weitestge- hend brach. Tausende von Menschen können ihrem Beruf nicht nachgehen, tausende Exi- stenzen sind bedroht. Die Initiatoren sehen auch eine Gefahr für die kulturelle Vielfalt in Deutschland. Einwohner in der Ostsee-Region wissen um die Sorgen der Künstler. Viele kennen den ei- nen oder anderen persönlich, haben sie bei Events getroffen, sich auf ihre Auftritte gefreut. Im Zuge der Pandemie und vor allem jetzt mit dem zweiten „Lockdown“ haben sie kaum eine Chance, sich über Wasser zu halten. Mit der bundesweiten Kampagne möchte man in der Gesellschaft mehr Bewusstsein wecken für die aktuelle Situation unserer Kunst- und Kulturszene. „Wir hoffen auf Verständnis für die betroffenen Menschen und Kulturschaf- fenden, möchten sie sichtbar machen und ih- nen Wertschätzung entgegenbringen“, sagen die Initiatoren. Der Meinungsbildungsprozess soll positiv gestärkt und die Bedeutung von Kunst und Kultur wieder gefestigt werden. Die Aktion „Ohne Kunst wird’s still“ erinnert an die Corona-bedingte Auszeit im Kulturbereich VORDERREIHE 20 TRAVEMÜNDE • 04502-3437 GLEITSICHT BRILLE ab 279 € inkl. Fassung Basic - Kunststoff Gläser entspiegelt & gehärtet Made in Germany
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