StrandBlick April 2020
8 StrandBlick April | 2020 Timmendorfer Strand Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger Es sind viele weitere Tage mit der Corona- Problematik vergangen und das Krisenma- nagement der Gemeinde läuft. Jeden Tag er- reichen uns neue Anweisungen und Regeln, um die Verbreitung des Corona-Virus einzu- dämmen. Zuerst waren viele von Ihnen über- rascht und nun sind wir, liebe Bürgerinnen und Bürger, betroffen und einige fühlen sich manchmal sogar machtlos. Mitmenschen un- terschiedlicher Altersgruppen gehören zur Ri- sikogruppe und sind besonders gefährdet. Überwiegend haben wir in den letzten Jahr- zehnten friedlich und gut zusammengelebt. Oftmals fühlten wir uns überlegen und glaub- ten, alles in unserem Leben kaufen oder kon- trollieren zu können. Ebenso waren Gesund- heit und Freiheit für viele von uns ein selbstverständliches Gut. Nun macht uns die Corona-Krise ganz schmerzhaft deutlich, dass das eben Geschriebene nicht selbstverständ- lich ist, sondern ein Geschenk. Die Straßen sind ruhiger und oftmals leergefegt, die mei- sten Geschäfte haben geschlossen und lieb gewonnene Freunde haben ihre Arbeitsstelle verloren oder wurden in Kurzarbeit geschickt. Die alltäglichen Dinge und Gewohnheiten, wie der Kaffeeklatsch, das Feierabendbier oder das gemeinsame Fußballschauen gehören vorübergehend der Vergangenheit an. Es sind von der Bundesregierung Regeln er- lassen worden und Anweisungen und Verfü- gungen der Länder und Kreise, um unsere Gesundheit und unser Leben zu schützen. Ge- rade die älteren Menschen unter uns und chronisch Kranke sollen so in erster Linie ge- schützt werden. Wir alle leben in einer Soli- dargemeinschaft und deshalb trägt jeder von uns, indem er die Regeln befolgt, dazu bei, dass wir uns gegenseitig vor Ansteckungen und der Verbreitung des Virus schützen. Diese außergewöhnliche Lebenssituation macht vielen Menschen Angst und erzeugt Unbehagen. Existenzen und Unternehmen werden durch diese Weltwirtschaftskrise ge- schwächt oder sogar zur Geschäftsaufgabe gezwungen. Liebgewonnene Aktivitäten, Dinge und Ge- wohnheiten kön- nen nicht mehr ausgeübt und ge- lebt werden. Ver- eine, Verbände etc. sind in ihrer Tätigkeit begrenzt. Arbeitnehmer, An- gestellte und Be- schäftigte in allen Bereichen bangen um ihre Arbeits- plätze oder sind bereits arbeitslos geworden. Ich bin in Gedanken bei den Betroffenen. Die Tourismus- branche hat große Verluste zu verzeichnen und wird vorerst geschwächt bleiben. Liebe Bürgerinnen und Bürger, Sie dürfen mir glau- ben, dass ich mit aller Kraft versuchen werde, die Gemeinde Timmendorfer Strand gut aus dieser Krise zu führen. Ich bin guter Dinge, dass unsere Gesellschaft gestärkt aus dieser Krise hervorgeht. Auch wenn alles um uns herum stiller und etwas trauriger geworden ist, so liegt vielleicht eine Chance für uns Men- schen darin. Familie, Freundschaft und Nach- barschaft rücken nun wieder in den Vorder- grund. Das höher, schneller und weiter der letzten Jahre, in Kombination mit der rasant voranschreitenden Digitalisierung führte oft- mals zu einer Entfremdung und Verrohung der Gesellschaft und unserer Solidargemein- schaft. Vielleicht gehen wir nach der Krise wieder mit etwas mehr Demut und Dankbar- keit durch unser Leben. Sicherlich wissen wir vieles danach wieder mehr zu schätzen als vor Krisenbeginn. Ich bedanke mich ausdrücklich bei den vielen Menschen beispielsweise in den Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflegediensten, Altershei- men, Lebensmittelmärkten, dem öffentlichen Dienst und in der freien und privaten Wirt- schaft, welche Tag für Tag für uns alle da sind. Danke, dass es Sie gibt — Sie leisten einen großartigen Dienst. Mein besonderer Dank gilt auch unseren vier Freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde, welche sich in Eigenregie umorganisiert ha- ben und die Einsatzbereitschaft durch Grup- penbildung im Schichtdienst sicherstellen und somit unsere Sicherheit im Ort garantieren. Mit großer Dankbarkeit beobachte ich, wie die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Timmendorfer Strand die Regeln einhalten und Anordnungen sowie Anweisungen be- folgen. Jeder von uns leistet seinen Beitrag, auch wenn dieser mit Verzicht und Entbeh- rung verbunden ist. Das erklärte und oberste Ziel ist die Ansteckungsgefahr und Verbrei- tung des Virus einzudämmen! Das ist gelebte Solidarität, das ist Verantwor- tungsbewusstsein und gelebtes Miteinander. Als Ihr Bürgermeister weiß ich um die emo- tionale, soziale und wirtschaftliche Belastung. Gemeinsam werden wir es schaffen, die Ge- meinde Timmendorfer Strand aus dieser be- lastenden und fordernden Situation heraus- zuführen. Wir schaffen das und werden diesen wunderbaren Küstenort wieder nach vorne bringen. Ganz wichtig ist, damit dies gelingt, dass wir keinen Mitbürger vergessen! Allen Belastungen und Herausforderungen müssen wir mit einem geschickten Selbstma- nagement im persönlichen Lebensbereich entgegentreten. Durch fachmännisches, ver- siertes, politisches und verwaltungsseitiges Handeln wird uns das Gelingen. Darüber hin- aus werden wir es mit Ausdauer, Mut, Mensch- lichkeit und Zusammenhalt schaffen. Bleiben Sie gesund und solidarisch. Bürgermeister Robert Wagner appelliert an die Timmendorfer Einwohner, in schwierigen Zeiten solidarisch zu bleiben.
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